
Im Echtzeitstrategiespiel “Empire Earth II” führt der Spieler eine von 14 Zivilisationen von der Steinzeit bis in die Zukunft.
Beginnen tut alles mit einem kleinen Dorfzentrum, einigen wenigen Arbeitern und einem Späher. Die Welt scheint noch in Ordnung zu sein, doch der Schein trügt. Man muss sich beeilen, darf keine Minute damit verschwenden, nachzudenken, was denn zu tun ist. Sofort müssen Rohstoffe gesammelt und Gebäude errichtet werden, das Gebiet Gesichter und neues Terrain abgesteckt werden, denn in “Empire Earth II” sitzt einem der Gegner im Nacken.
Seit Empire Earth I hat sich das Gameplay leicht verschoben. Konnte man im ersten Teil noch mit einem kleinen, aber gut gesicherten Lager den Gegner in Angst und Schrecken versetzen, so wird dies im zweiten Teil schon wesentlich schwerer. Das liegt daran, dass mehrere Dinge an Landbesitz gekoppelt sind. Die Landkarte ist nämlich in mehrere Gebiete aufgeteilt, sogenannte Territorien. Die Territorien liegen eben Grenze-an-Grenze und sind von mittlerer Größe. Wegen der räumlichen Nähe zum Gegner, der häufig nur eine Bildschirmweite entfernt liegt, ist das Konfliktpotential höher und die kriegerischen Auseinandersetzungen häufiger, als zuvor.
Auf jedem Territorium kann nur eine bestimmte Anzahl von Gebäuden eines bestimmten Typs gebaut werden. Zum Beispiel nur eine Universität und ein Tempel. An diese Gebäude wiederum ist der wissenschaftliche Fortschritt der Zivilisation gebunden. Dieser funktioniert übrigens anders als bisher: Wissen ist nun ein Rohstoff, der gesammelt werden kann wie Gold und Holz. Das geschieht, indem man Priester oder Arbeiter in Universitäten und Tempel schickt. Dieser Rohstoff “Wissen” kann dann anschließend in technische Neuerungen investiert werden.
Apropos Rohstoffe: Davon gibt es nun wesentlich mehr, unter anderem auch Öl. Das praktische bei den Rohstoffen ist, dass man trotz deren größerer Zahl man nun trotzdem nicht den Überblick verliert. Dies ist der Bürgerverwaltung zu verdanken. Mit ihr können eine vom Spieler bestimmte Anzahl von Arbeitern einem Rohstoff zugewiesen werden. Die zugewiesenen Arbeiter suchen sich dann automatisch Rohstoffe auf der Karte zusammen.
Insgesamt gibt es über 500 verschiedene Einheiten im Spiel. Jede hat spezielle Fähigkeiten. Außerdem hat jede Zivilisation bestimmte Boni. Die Zivilisationen sind außerdem noch in bestimmte Kulturkreise unterteilt, die auch noch Sonderfertigkeiten haben, die sich auch mit den Epochen ändern.
Die Grafik hat sich im Vergleich zum ersten Teil verbessert. Aus der Ferne sind die Einheiten und Gebäude auch hübsch anzuschauen. Beim Ranzoomen werden dann jedoch die Ecken und Kanten der Einheiten sichtbar. Schade. Eine grafisch gut gemachte Neuerung ist übrigens das Bild-im-Bild, ein kleines Fenster rechts unten im Bildschirm, das quasi einen zweiten Bildschirm darstellt. Dieses Fenster kann man dahin navigieren, wo man Gefahren erwartet. Sobald etwas passiert, sieht man es noch, bevor es zu spät ist und kann schnell seine Einheiten dirigieren.
Wie schon der erste Teil ist auch “Empire Earth II” dreidimensional. Neu ist nun, dass die Jahreszeiten und die Witterungsbedingungen sehr ausgeprägt dargestellt werden. Das geht soweit, dass man während eines Schneesturms kaum noch etwas sieht. Man kann diese Wetterlagen aber auch ausschalten, was ich vor allem Einsteigern doch sehr nahe lege.
“Empire Earth II” kostet rund 40 € und ist ist cb 12 Jahren freigegeben.
Fazit
Bei “Empire Earth II” geht es etwas actionreicher zu als bei seinem Vorgänger, was viele freuen wird. Grafisch könnte man aber etwas mehr erwarten. Trotzdem ein gutes Spiel.